Tipps von NGL-Amateuren für NGL-Neulinge

Wer selbst Gottesdienste mit neuen geistlichen Liedern gestalten möchte, hat meist bereits Ideen aus kirchlichen Veranstaltungen sowie die nötige Begeisterung mitgebracht und beginnt mit gesammelten Liederzetteln auf der Gitarre oder dem Keyboard zu klimpern. Für den Anfang ist das auch völlig ausreichend. Auf diese Weise haben sicher viele Bands und Musikgruppen angefangen.

Für uns war diese Form irgendwann jedoch nicht mehr ausreichend, da wir mehr wollten, als nur die Singstimme und eine einfache akkord-orientierte Begleitung zu nutzen. Wer ebenfalls zu dieser Erkenntnis kommt, hat drei Möglichkeiten. Entweder er wendet sich an eine befreundete Musikgruppe und fragt nach ein paar Tipps, versucht selbst, je nach musikalischen Fähigkeiten, eigene Elemente einzubauen oder investiert einige Euro in Notenhefte und Liederbücher. Und diese dritte Möglichkeit lohnt ich richtig!!! In einer Reihe von Verlagen, die sich auf religiöse Inhalte im weitesten Sinne spezialisiert haben, ist eine große Auswahl von Noten und Liederbüchern erhältlich. Hier gibt es nicht nur Liederhefte mit Singstimmen, sondern auch komplette Partituren. Wer ein bestimmtes Lied "im Auge" hat und Angaben über Texter, Komponisten oder Original-Interpreten kennt, kann sich auch direkt an diese wenden. Nach unserer Erfahrung erhält man dort immer freundlich Auskunft über Beschaffungsmöglichkeiten; manchmal sogar eine kostenfreie Kopie.

Viele Lieder sind zudem auf CD's erschienen. Je nach musikalischer Befähigung ist es daher durchaus zu empfehlen, sich ergänzend zu den Noten auch die entsprechenden CD's zu beschaffen. Dadurch erhält man einen sehr guten Eindruck vom Charakter der Lieder. Aber Vorsicht! Mit den meist bescheideneren Mitteln einer kleinen Musikgruppe sind die teilweise sehr gut arrangierten Originalaufnahmen nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Wirkliche Freude entsteht nur, wenn die ausgefeilten Stücke mit ein wenig Geschick auf die vorhandenen Möglichkeiten abgestimmt werden. Sonst wird aus der Begeisterung schnell Enttäuschung. Außerdem wollt ihr doch nicht kopieren. Je nach Möglichkeiten und Besetzungen kann sicherlich ein Soloinstrument, ein improvisierter Instrumentalpart oder ggf. eine Begleitstimme weggelassen werden.

Eine Mindestbesetzung ist jedoch erforderlich. Als zentrale Instrumente gelten dabei die Gitarre oder noch besser das Keyboard. Damit ist die Basis geschaffen, um zu starten. Um diese Instrumente herum können die typischen Instrumente einer Band, also Bass, Sologitarre, Schlagzeug und andere Soloinstrumente, Bläsergruppen sowie Sängerinnen und Sänger gruppiert werden. Doch müssen es nicht gleich große Formationen sein. Fast alle Lieder sind in kleiner Besetzung spielbar.

Komplizierte Harmoniebezeichnungen wie z. B. D 7 9 11 sollten nicht gleich abschrecken. Ungeübte können die komplizierten Ziffern weglassen und die Grund-Akkorde, hier: D-Dur spielen. Natürlich hört das geübte Ohr den Unterschied, doch ist es durchaus vertretbar, den einfacheren Weg zu gehen.

Das generelle Bestreben aller Akteure besteht darin, die Gemeinde zum Mitsingen zu bewegen. Daher ist es ratsam, eine räumliche Position in der Kirche oder im Veranstaltungsraum einzunehmen, die eine gute Kommunikation mit den Zuhörern ermöglicht. Die Akteure wollen das "Zwiegespräch". Vor Beginn kann auch das Ansingen der (unbekannten) Lieder seinen Platz haben. Die zum Mitsingen vorgesehenen Liedteile sollten dabei einstimmig, mit wenig Begleitung vorgetragen und mit der Gemeinde geübt werden.

Bei der Auswahl der Lieder für den Gottesdienst sollte die "Zielgruppe" beachtet werden. In der Regel ist es ratsam, eine gute Mischung von altbekannten (vertrauten) und neuen Liedern auszuwählen. Jeder Gottesdienstbesucher freut sich, neben neuen Liedern auch Bekanntes zu entdecken, bei dem er aus "vollem Halse" mitsingen kann. Ein mutmachendes Animieren fördert die aktive Teilnahme darüber hinaus deutlich.

Die rege Teilnahme der Gottesdienstbesucher wiederum sollte eine Musikgruppe nicht dazu verführen, mit allzu großer Lautstärke die meist "zarten Beiträge" der Gottesdienstbesucher zu ersticken. Hier ist ein gutes Maß an Feingefühl angebracht.

Bei Allem, was es im Zusammenhang mit der Präsentation der Lieder an musikalischen und sonstigen äußeren Aspekten zu beachten gilt, sollten die Inhalte, also die Botschaften der Lieder immer im Vordergrund stehen.

"Singt Gott ein Lied vom Leben ..."

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Letzte Aktualisierung der Web-Site: 22.06.2010